20 Jahre Markkleeberger See: Vom Tagebau zur lebendigen Freizeitoase

Am 15. Juli 2006 wurde der Markkleeberger See unter dem Motto „1. SEEgang“ feierlich freigegeben. Was vor zwei Jahrzehnten im Anschluss an die Grundsanierung als ambitioniertes Projekt zur Nutzbarmachung eines ehemaligen Braunkohletagebaus begann, hat sich bis heute zu einem der beliebtesten Freizeit- und Erholungsziele in der Region entwickelt. Der See wurde im Jahr 2006 von Neptun persönlich - symbolisch für das Baden freigegeben – ein Moment, der den Startschuss für die weitere, dynamische Entwicklung gab. Bei bestem Wetter und mit einem vielseitigen Rahmenprogramm feierten die Besucher am 15. Juli 2006 den Nutzungsstart eines neuen Naherholungsgebiets.

Von der Vision zur Realität: Die ersten Schritte und Meilensteine

Vor allem ab dem Flutungsbeginn des Sees im Jahr 1999 trieb zunächst die Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Auftraggeberin für die Sanierung und Flutung des ehemaligen Tagebaus, die Entstehung voran, profilierte Böschungen und realisierte die geplanten Wege.

Der erste Spatenstich für den Kanupark fand in staubiger Baustellenatmosphäre statt – lange bevor der See seine volle Pracht entfaltete. Bereits 2007 konnte der Kanupark am 15. April eröffnet werden und wurde zum Katalysator für die weitere Entwicklung.

Die Bebauung und Besiedlung schritt voran: 2008 folgte die Eröffnung des Strandcafés an der Seepromenade, im selben Jahr öffnete das Feriendorf „Seepark Auenhain“ und ein erstes Angebot auf den heutigen Flächen des heutigen Zelt- und Campingplatzes in Auenhain seine Türen. Auf die Freigabe des Strandes in Markkleeberg Ost und die Öffnung des Uferrundwegs für Spaziergänger und Radfahrer im Jahr 2006 folgten zwischen 2007 und 2009 die Entstehung der Strände mit Servicestationen in Wachau und Auenhain. 2010 wurden Bootsliegeplätze und die Slipstelle in der Auenhainer Bucht geschaffen. Die Flutung des Störmthaler Kanals und die Eröffnung der Kanupark-Schleuse 2012 sowie die Etablierung der Personenschifffahrt in den Jahren 2012/2013 markierten wichtige Fortschritte. Im April 2014 startete auch die Teilnutzung des benachbarten Störmthaler Sees, der mit dem Markkleeberger See eng verbunden ist.

Veranstaltungshöhepunkte: Sport, Kultur und Gemeinschaft

Heute ist der Markkleeberger See mehr als nur ein Gewässer – er ist ein Ort der Begegnung, des Sports und der Kultur. Schon die ersten Jahre nach der Eröffnung prägten seinen sportlich-ausgerichteten Charakter: Fun- und Trendsport-Wochenenden des Landkreises Leipzig mit Kanu-Regatta, Mittsommernachts-Konzerte der Stadt Markkleeberg im Kanupark, Rollski-Weltcups mit dem Sächsischen und Deutschen Skiverband oder das Markkleeberger Skispringen der Sportfreunde Neuseenland zogen von Anfang an viele begeisterte Besucher an.

Im Laufe der Jahre kamen weitere Highlights hinzu: Sportveranstaltungen wie der Robert-Förster-Nachwuchs-Cup des RFC Markkleeberg e.V, die Seeläufe des Neuseensport e.V. oder die DLRG-Trophy. Fischerfeste an der Seepromenade, das Pappbootrennen im Kanupark oder die Riesen-Wasserrutsche von City-Slide sorgten für Abwechslung. Neben den jährlich stattfindenden Wettkämpfen im Kanu-Slalom war die Europameisterschaft

im Kanupark 2015 ein besonderer Höhepunkt, der die internationale Strahlkraft des Standorts unterstrich.

Aus diesen Veranstaltungen haben sich heute Formate mit überregionaler Ausstrahlung entwickelt, wie das XXL-Paddelfestival im Kanupark oder CrossDeLuxe in der Auenhainer Bucht. Auch kulturell hinterließ der See Spuren: Das mehrjährige Steinpleinair des Kunstvereins Markkleeberg brachte Kunstwerke wie Odysseus und Penelope (2011) an den See, die bis heute das individuelle Bild prägen.

Gemeinschaftliche Kraftanstrengung: Akteure und Fördermittel

Der Erfolg des Markkleeberger Sees ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Neben der Stadt Markkleeberg als Flächeneigentümerin, der LMBV und dem Landkreis Leipzig, haben vor allem lokale Anbieter, regionale Unternehmen, private Investoren und Geschäftspartner ihren Beitrag geleistet. Vereine, die mit ihrem Engagement das sportliche und freizeitorientierte Profil des Sees prägten, sind dabei ebenso unverzichtbar wie die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Markkleeberg sowie die zahlreichen Fördermittel, mit deren Hilfe die notwendigen Erschließungsmaßnahmen und Projekte umgesetzt werden konnten.

In der Entwicklung des Markkleeberger See nimmt die EGW Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH (EGW) als Betreiberin des Erholungsgebietes eine besondere Position ein. In enger Abstimmung mit der Stadt Markkleeberg, hohem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit, bewirtschaftet die EGW den See von Beginn an und hat im Laufe der Jahre ihr eigenes Angebotsportfolio kontinuierlich erweitert. Was als reine Bewirtschafterin des Erholungsgebietes und der Aufgabe einer Begleitung des privatwirtschaftlichen Engagements begann, entwickelte sich über 20 Jahre zu einer Vielzahl an eigenen Projekten und  Angeboten, die heute den Charakter des Sees prägen. Diese reichen im sportlichen Bereich vom Kletterpark (Übernahme 2018), über die Adventure Golf Anlage (Bau und Eröffnung 2019), die Übernahme des Kanuparks (2023) bis hin zur Soccer Golf Anlage, die in diesem Jubiläumsjahr als neueste Attraktion die Liste der Freizeitmöglichkeiten bereichert. Die EGW setzte zudem landschaftsbezogene Projekte um, wie die Offenlandhaltung am West- und Südufer in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen. So entstand schon kurz nach der See-Eröffnung das Bisongehege an der Crostewitzer Höhe im Zusammenwirken mit der ansässigen LAG, Landwirtschafts AG Wachau - Störmthal und die extensiven Weiden am Westufer.

Lernprozesse und unerwartete Herausforderungen

Die Entwicklung in den letzten 20 Jahren war vor allem ein arbeitsintensiver Lernprozess, erforderte Anpassungsfähigkeit und kontinuierliches Zusammenwirken der vielen - an diesen Prozessen - Beteiligten. So musste etwa die Sicherung der Uferbereiche und Gestaltung der Strände an die Erfahrungen aus der Praxis angepasst werden. Der Göseldurchbruch in den Störmthaler See im Jahr 2013 löste eine Hochwasserlage im Markkleeberger See aus und stellte den Seebetrieb vor große Herausforderungen. Besonders die Sperrung des Störmthaler Kanals seit 2021 wirkt als Bremse für die insgesamt dynamische Entwicklung, die die Anrainer weiterhin vor große Probleme stellt.

20 Jahre – und die Reise geht weiter

20 Jahre Markkleeberger See sind 20 Jahre Wandel und Entwicklung. Es sind zwei Jahrzehnte, in denen aus der Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Espenhain ein lebendiges Stück Erholungsgebiet und ein völlg neuer Landschaftsbereich im unmittelbaren Umfeld der Ortslagen Markkleeberg-Ost, Wachau und Auenhain entstanden sind. Der See stärkt heute nicht nur die Lebensqualität in Markkleeberg und Leipzig, sondern ist mit seinen Nutzungsmöglichkeiten auch Aushängeschild für die Region.

Mit der nunmehr neueröffneten Soccer Golf Anlage und dem Ausblick auf die Eröffnung der Jugendherberge im Spätsommer 2026, zeigt sich, dass sich das Erholungsgebiet Markkleeberger See weiterhin entwickelt. Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität im Kanupark und das Beschreiten eines Weges zur Machbarkeit der Sanierung des Störmthaler Kanals, sind dabei nur zwei der vielen Aufgaben, die noch vor den Akteuren liegen.

Der Markkleeberger See nach Flutungsbeginn ...

Foto: Stadt Markkleeberg

... und im Jahr 2026.

Foto: Olaf Obsommer